Zauberpflanzen / Zauberkräuter- Volksbrauchtum, Pflanzenwissen einst und heute um Hexenkräuter, Heilkräuter, Küchenkräuter, Liebespflanzen, Räucherpflanzen, Wetterpflanzen u.v.m.Zauberpflanzen: Vom Zauber der Pflanzen - einst und heute

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Taraxacum officinale Foto Henriette KressZauberpflanze Taraxacum officinale (vulgare) Löwenzahn

Augenmilch, Augenwurz, Bärenzahnkraut, Bayrischer Enzian, Beddschìssa, Bettpisser, Blindblume, Brummer, Butterblume, Butterstecker, Eierkraut, Franzosensalat, Hahnenspeck, Hundeblume, Judenblume, Kettepösch, Kettenblume, Kuhblume, Kuhlattich, Kuhscheiß, Laternenblume, Lichtbloom, Märzblume, Maiblume, Marienzahn, Melkdistel, Milchdistel, Milchstöck, Pappenstiel, Pfaffenkopf, Pfaffenplatte, Pferdeblum, Pusteblum, Röhrlkraut, Schäfchenblume, Schweineblume, Saurüssel, Sonnenwurzel, Teufelsblume, wilde Zichorie

Der Löwenzahn ist eine der Pflanzen mit den meisten Volksnamen. Die oben genannten sind nur eine kleine Auswahl; es soll über 500 Bezeichnungen für ihn geben!

Sein lateinischer Name geht auf "tarakshaqum" aus dem Arabischen zurück und bedeutet: bitteres Kraut. "Bettpisser" weist auf seine harntreibende Eigenschaft hin; "Bayrischer Enzian" ist die spöttische Bezeichnung für die überall häufige Pflanze, "Brummer" nannte man ihn, weil sich aus den hohlen Stängeln Blasinstrumente herstellen lassen; "Hahnenspeck", weil die Blätter von Hühnern mit Vorliebe gefressen werden; "Schäfchenblume" nach dem "wolligen" Fruchtstand; die "Pferdeblum" wurde als Pferdearznei verwendet. Vom "Kuhscheiß" kriegen Kühe von großen Mengen Durchfall... "Blindblume", weil man glaubte, daß die Fruchthaare des Löwenzahns blind machen, wenn sie ins Auge geraten... "Franzosensalat" schließlich steht im Zusammenhang mit der seit Februar 1871 in der Schweiz internetierten Franzosen der Boubaki-Armee, die den verachteten Löwenzahn zu würdigen verstanden... Weil die Juden im Mittelalter durch die gelbe Farbe gekennzeichnet waren: "Judenblume". Das sind nur einige interessante Tatsachen um die volkstümliche Namensgebung...

Wenn man sich mit Löwenzahn den Körper einrieb, erfüllte sich nach altem Hexenglauben jeder Wunsch.

Die Indianer Nordamerikas rauchten die getrockneten Blätter bei ihren schamanischen Ritualen. In der Nacht vor Allerheiligen (Samhain) (Halloween) gehört Löwenzahn zum sogenannten "Samhain-Ritual" mit Weissagungn undTotenbeschwörungen.

Sieben Wurzeln, die an St. Bartholomäus vor Sonnenaufgang gegraben wurden, trug man einst in einem Säckchen als Amulett gegen Augenleiden.

Löwenzahn im Weinberg

Als Signaturpflanze sollte er mit seinen gelben Blüten die Gelbsucht heilen. Sein Milchsaft heilt heute noch Warzen und er ist in der Küche hervorragend für die Blutreinigungskur im Frühjahr. Schon im 11. Jahrhundert berichteten arabische Ärzte von seiner heilenden Wirkung; heute wird Extrakt des Löwenzahns bei Leber, Gallen, Blasen und Nierenleiden und Gelenkerkrankungen verabreicht .

Goethe betrachtet in der "Spiraltendenz" den aufgeschlitzten Stengel : "Wenn man die Stiele des Löwenzahns an einem Ende aufschlitzt, die beiden Seiten des hohlen Röhrchens sachte voneinander trennt, so rollt sich jede in sich nach außen und hängt im Gefolge dessen als eine gewundene Locke spiralförmig gewunden herab, woran sich die Kinder ergötzen und wir dem tiefsten Naturgeheimnis nähertreten."

In Albrecht Dürer`s RasenstückDürer Großes Rasenstück ist er die "Hauptperson".
Salvador Dali malte in seinem Bild "Tristan und Isolde" eine Pusteblume als Kopf der Isolde.

In der Küche ist er vielfältig verwendbar - wenn denn schon als "Un-kraut" gejätet - nicht wegwerfen, sondern aufessen! Ob angerichtet wie Blattspinat, im Salat, als schmackhafte Suppe mit Brennesseln zusammen, als Beigabe zum Kräuterquark, die Blüten als eßbare, wunderschön dekorative Zierde im Wildsalat oder gedünstet als Füllung ins Omelett... es gibt unzählige Rezepte.
Wenn man den Kulturlöwenzahn (der in Frankreichs Küche sehr beliebt ist!), der schon weniger Bitterstoffe als der wilde Löwenzahn hat, durch Anhäufeln bleicht, wird ein Teil der Bitterstoffe abgebaut und außerdem soll der Grad der Bitterstoffe reguliert werden, je nachdem ob man die Blätter mit kaltem oder warmem Wasser wäscht. Als Blattsalat kann man in oft in türkischen Geschäften finden, so man ihn nicht selbst anbauen will!

Löwenzahn bietet auch reichlich Nahrung für Insekten!
Würde man ihn unvoreingenommen betrachten,
ist er - als sogenanntes "Unk-kraut" verpönt, eine wunderschöne Pflanze!
Löwenzahn zierte einst die Rückseite des alten 500-DM-Scheins...

Löwenzahn
Der Löwenzahn ist eine "Spielpflanze";
aus den Blüten lassen sich Ketten anfertigen.
Kennen die Kinder eigentlich heute noch den Spaß,
den Samen der "Pusteblume" abzublasen und zu schauen,
wo sich die kleinen Fallschirmchen niederlassen?

Früher orakelten vor allem die Mädchen noch
aus der Anzahl der stehengebliebenen Früchte,
wieviele Jahre es noch bis zur Hochzeit daürn würde
oder man deutete die nach dem Pusten verbliebenen Fruchtschirmchen als Auskunft
über die noch verbleibenden Lebensjahre.

Oder - ist der Fruchtboden nach dem Auspusten weiß,
kommt man in den Himmel,
ist er schwarz, ins Fegefeuer.

Wenn man alle Früchte auf einmal wegpusten kann,
so ist man ein Glückskind / ein Engel;
schaffte man es nach dem dritten Pusten
werden die Wünsche werden fortgetragen
und gehen in Erfüllung.

Rätsel

Welcher Zahn ist immer stumpf?
Auflösung

Der Löwenzahn literarisch

Wolfgang Borchert widmete ihm eine Kurzgeschichte: "Die Hundeblume" (Sie handelt von einem Gefangenen, der sich bei der monotonen Hofrunde nach einer am Rand wachsenden Blume sehnt.)
Victor Hugo erzählt in seinem Roman "Les Miserables - Die Elenden" von einem Mann, der in einem armen Dorf auftaucht und die Leute lehrt, die Brennnesseln, die dort überall wächst und bis dahin als "Unkraut" angesehen wurden, zu nutzen. Als Faserpflanze, als Nahrungsmittel oder auch als Dünger lindert die Brennessel die Not der armen Leute..

Löwenzahngedichte

Buchtipps zum Löwenzahn:

Löwenzahn - Links

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Auflösung: natürlich der Löwenzahn

Aktualisiert am 27.05.2010