Pflanzen der Liebe für den Garten der Lust - Lustgarten - Natürliche Potenzmittel aus dem Pflanzenreich
- über Liebespflanzen, Aphrodisiaka oder andere Liebeszauber in Mythologie,
Volksbrauchtum und Aberglaube
Gardening is the new sex... (The Times)
Viele Pflanzen gelten als Aphrodisiaka /Aphrodisia d. h. liebesanregend!
Sie erhielten ihren Namen von der
Liebesgöttin
Aphrodite. Im Laufe der Jahrhunderte entdeckte man viele aphrodisierende Pflanzen.
Plinius beschrieb und pries sie in seinen Kräuterbüchern ebenso
wie Dioskurides. Die Drogenwirkung der Nachtschattengewächse (z. B. der
Alraune)
wurde schon im Altertum als Aphrodisiakum sowie als Schlaf-, Beruhigungs-
und Betäubungsmittel genutzt, aber hochgiftige Alkaloide wie Atropin,
Hyoscyamin und Scolpolamin machten den Gebrauch zum riskanten Drahtseilakt
zwischen Lust und Tod. Neben den erprobten Pflanzen und Kräutern gab
es natürlich auch Mittel, die auf Aberglauben beruhten oder solche
Produkte, die zwar eine potenzfördernde Wirkung haben, aber sehr gesundheitsschädlich
sind – dazu gehörte z.B. die berühmte "spanische Fliege". Um diese Mittel geht es hier aber nicht!
Früher vertrauten die Menschen auf die Kraft der Pflanzen und
bei den Naturvölkern hat sich bis heute daran kaum etwas geändert.
Tatsächlich steckt dort, wo die meisten nur Geschmack vermuten, auch
jede Menge Wirkung! Gewürze sind nicht nur Aromaspender, sondern auch
eine explosive Mischung potenter Stimulanzien für Körper, Seele
und Geist. Die Zaubermittel der griechischen Liebesgöttin Aphrodite
können helfen, unsere Gefühlswelt intensiver zu genießen.
Sie verfeinern das menschliche Empfinden für Erotik und Sexualität.
Wichtig ist: Die Erwartungen an das Mittel müssen angemessen sein,
denn daß ohne eine harmonische Umgebung und eine ausgeglichene Beziehung
mit dem Partner nicht wirken können, dürfte klar sein. Viele
dieser luststeigernden Mittel gerieten in unserer modernen westlichen Welt
in Vergessenheit, als die Pharmaindustrie Arznei- und Kosmetikprodukte
präsentierte, deren Wirkung stärker und berechenbarer war als
die von Kräutern und Wurzeln. Im Sexshop bietet eine clevere Industrie
für die "schönsten Stunden" Präparate als Pulver, Dragees,
Tee, Wein, Cremes, Sprays bzw. gewisse andere Reizmittel an. Sie versprechen
Topkraft, um wieder in Form zu kommen und den Mann von heute dynamisch
und erfolgreich zu machen. Viele aphrodisisch wirkende Pflanzen wurden
von den Schulmedizinern aus dem offiziellen Arzneimittelbuch gestrichen. Doch langsam wird vor allem zumindest die sinnliche Komponente des
Würzens wiederentdeckt: Kochbuchautoren erinnern sich an alte Liebesrezepte
z. B. mit Safran, Spezialgeschäfte bieten Tees und Liköre aus
aphrodisierenden Pflanzen; Catering-Unternehmen überraschen mit “Erotic-Buffets”.
Wenn du in einem Garten keine Liebe machen kannst, wenn du dort nicht träumen oder dich betrinken kannst -
asphaltier ihn doch, wozu ist er sonst gut? (Tim Smit in: The
Lost Gardens of Heligan )
Die Kräfte der Pflanzen haben sich nicht geändert, wohl
aber unsere Betrachtungsweise und die Form, in der wir diese Kräfte
für uns nutzen. Denn was Viagra - im Übrigen kein Aphrodisiakum,
sondern ein Mittel gegen Erektionsstörungen - verspricht, können
Aphrodisiaka - ein schwer auszusprechendes Wort, aber so gesehen ein sinnliches
- schon lange.
Ein Lustgarten sprosst aus dir, Granatbäume mit köstlichen
Früchten, Hennadolden, Nardenblüten, Narde, Krokus, Gewürzrohr und Zimt, alle Weihrauchbäume,
Myrrhe und Aloe, allerbester Balsam. Hohelied 4,13-14