Helleborus-Hybriden: Lenzrosen - Hellébore noir, Rose de Nöel, Rose
d'hiver Elleboro nero, Rosa di Natale Black hellebore, Pied de griffon,
Ellébore fétide, Elleboro puzzolente, Cavolo di lupo Bear's
foot, Kristwurts.
Die
Christrose war in alten Zeiten Bestandteil der Hexensalben...
Sie galt als Mittel zur Erhaltung der ewigen Jugend. Zu Pulver verarbeitet,
auf den Boden gestreut, sollte sie gar unsichtbar machen! "Das soll ein
nützlich Purgation sein, eine Reinigung des Leibes von aller böser,
schädlicher Überflüssigkeit" schrien die Marktschreier von
damals auf den Jahrmärkten, die sie als sogenannte Wunderdroge anboten.
Die Nieswurz wurde im Altertum gegen Geisteskrankheiten (helleborio = verrückt)
angewendet. Nach einer Legende wurde z. B. Herakles durch die Helleboruswurzel
von seinem Wahnsinn, in dem er seine Kinder erschlug und ins Feuer warf,
geheilt.
Im Theaterstück von Romeo und Julia verlangt Romeo
von dem Apotheker ein Gift, welches "...von so schneller Wirkung,
dass es sich in einem Augenblick durch alle Adern verbreite, und der Lebensüberdrüssige,
der es einnimmt, so plötzlich und mit solcher Gewalt des Atemholens
entladen werde, als das unaufhaltsame Pulver, sobald es sich entzündet,
aus dem fatalen Bauch einer Kanone losbricht." Angeblich ist bereits der
Genuss von drei Samenkapseln der Pflanze tödlich. Symptome: Schwindel,
Durchfall, Herzlähmung. Also Achtung in Haushalten
mit Kindern - da heißt es gut aufpassen und erst einpflanzen,
wenn sie vernünftig genug sind, nicht alles in den Mund zu nehmen!
Das geriebene Pulver der Pflanze reizt zum Niesen, daher der Name
"Nieswurz".. Diese Eigenschaft verhalf z.B. in dem Märchen 'Zwergnase'
von Wilhelm Hauff der armen verzauberten Hauptperson Jakob wieder zu wahrem
Aussehen.
Mit der "Nieswurz" putzte man sich - allerdings des Giftes wegen
nicht ganz ungefährlich - die Nase frei und meinte, damit böse
Geister und Krankheiten auszuniesen. Die pulverisierten Rhizome der Christrose
sind heute noch Bestandteile von Schnupftabaksorten (z. B. Schneeberger) und Niespulvern. Nach einem Aberglauben des Mittelalters sucht die
Kröte (Bufo) unter der Christrose nicht nur Schutz, sondern bezieht
durch Zauberkraft aus ihr das Gift. Kurioserweise besitzen die Wirkstoffe
Bufotailidin aus dieser Kröte sowie Hellebrigenin aus der Christrose
dieselbe chemische Struktur - einer der vielen Beweise dafür, wie
ehemaliger Aberglaube sich wissenschaftlich als richtig erweist.
In der neueren Literatur - in den Harry Potter Romanen - sind
zwei Tropfen Nieswurz-Sirup ein unverzichtbarer Bestandteil des "Trunk
des Friedens" .
Mit Helleborus wurde sogar ein Krieg beendet. Als im Jahre 600 v. Christi
die Stadt Kirrha durch Solon belagert wurde, versorgten sich die Bewohner
mit Trinkwasser aus einem kleinen Fluss. Der schlaue Solon ließ Helleboruswurzeln
in den Fluß werfen, sodaß die Bewohner an Diarrhöe erkrankten
und er die Stadt leicht einnehmen konnte. Die Legende berichtet, daß
der Mönch Laurentius während einer Winterwanderung eine Christrose
sah, die aus dem Schnee herauswuchs. Dadurch inspiriert dichtete er das
Lied "Es ist ein Ros’ entsprungen" - hieß es bisher in vielen Büchern.
Der SWR dagegen spricht von einem Übersetzungsfehler - hier
nachzulesen.
Eine Legenden-Version von der Entstehung der Christrose hier
im Zauber-Adventskalender
Auf dem Land galt die Christrose
als Orakelblume. Man stellte in der Weihnachtsnacht zwölf Blütenknospen
der Christrose ins Wasser. Jede Knospe bedeutet einen Monat, und man liest
das Wetter des kommenden Jahres an der Art und Weise ab, wie sich die Knospen
öffnen. Die geschlossenen Knospen bedeuten schlechtes Wetter, die
offenen gutes.
Helleborus - "die" Blütenpflanze im Garten für
den Winter!
"Helleborus muß man einfach im Garten haben!" (Lestrieux).
Die Nieswurz gehört zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae),
hat also nichts mit Rosen zu tun. Sie enthält zahlreiche hautreizende
Wirkstoffe, u.a. Saponine und Protoanemonin.
Die meisten Arten bilden
Rhizome, mit denen sich die Pflanzen unterirdisch ausbreiten, wie Helleborus
niger. Sie lassen sich im Frühjahr und Herbst teilen. Für die
zweite Gruppe ist die Bildung eines oberirdischen Stammes typisch wie bei
der heimischen und der korsischen Nieswurz; diese vermehrt man aus Samen.
Helleborus
niger Schwarze Christrose
Allein durch ihr Blatt ist die Christrose, Christblume, Schwarze Nieswurz
oder Schneerose (Helleborus niger - sie ist die eigentliche "Christrose")
schon "Winterschmuck"! In Kälte und Schnee - die Heimat der
Christrose sind die Ost- und Südostalpen und die Karpaten! - gehören einige Arten und Sorten auch zu den ersten Duftlieferanten
des winterlichen Gartens. Christrosen haben einen nackten Stiel und
blühen schon in den Dezember hinein.
Der griechische Gattungsname setzt sich zusammen aus helein für
töten und bora für Speise, was darauf hinweist, daß
der Verzehr tödlich wirkt. "Niger" weist auf die schwärzlichen
Wurzeln hin, die am Rhizom sitzen.
Wenn man - das geht oft schon Anfang des Jahres - einige Blüten
ins Zimmer holt - sie halten sich in einem kühlen Raum als "Schwimmblüten"
in einer Schale fast zwei Wochen - kommt der schöne Duft allerdings
erst so richtig zur Geltung! In der Vase halten sie sich als Schnittblume
aber auch kurze Zeit.

Das Laub der bei uns heimischen "Stinkenden Nieswurz" (Helleborus
foetidus, nach dem Wurzelgeruch) ist das ganze Jahr attraktiv und eine kräftige Pflanze bringt über
100 Blüten. Zerreibt man die Wurzel, so entweicht ein Geruch wie Bratenduft. Aaber wer macht das schon? Karl Foerster gab ihr den passenderen Namen
„Palmblatt-Nieswurz“ auf Grund ihrer schwarzgrünen, ziselierten Blattfächer.
Etwas kompakter wächst die 'Altenberger Selektion'; rot überlaufene Stengel und Blattstiele sowie graugrüne Blätter hat die schöne 'Wester Flisk'.
Helleborus odorus mit seinem das ganze
Jahr zierenden Laub riecht oft nach Schwarzen Johannisbeeren, einige wenige
Herkünfte haben sogar einen feinen Parfümduft!
Reizvoll (allerdings nicht jedermanns Geschmack) ist auch die "Grüne
Nieswurz", Helleborus viridis mit ihren grünlichen Blüten. Sie
sät sich bereitwillig aus und so vermehrt sich der Bestand schnell.
Die Lenzrosen (Helleborus-Hybriden) stammen
aus Kreuzungen der verschiedenen Arten ab. Lenzrosen. Sie haben unmittelbar
vor der Blüte einen Blattkranz. Helleborus atrorubens
und Helleborus purpurascens haben die Rosa- und Purpurtöne
gebracht. Durch gezielte Kreuzungen entstanden viele herrliche Hybriden:
mit ungefüllten oder auch gefüllten Blüten, gesprenkelt,
punktiert, gestreift... Es gibt - im Gegensatz zu den Rosen, hier auch
eine fast schwarze Hybride.
Die neue Kreuzung Helleborus x ericsmithii hat z. B. eine wesentlich
längere Blütezeit und fällt durch ihre etwas dunklere, rötliche
Blattfärbung auf. Auch Helleborus x nigercors mit cremefarbenen Blüten
konnte sich als robuste und unempfindliche Gartenpflanze etablieren.
Vor allem die Engländerin Helen Ballard wurde berühmt durch
ihre Züchtungen. Ihren Bestand hat nach deren Tod Frau Schmiemann /Köln 1993 übernommen, die diese Helleborus-Sorten weitervermehrt und auch neue Züchtungen herausbrachte und wiederum weitergab an den Gartenplaner Peter Janke / Hilden. Auch Günther Jürgl /Köln
und Heinz Klose /Lohfelden und Herr Förster/ Kamp-Lintfort
sind züchterisch tätig.
Auch die Hybriden säen sich aus (sofern man den Boden in Ruhe
läßt und nicht laufend hackt!); doch echt fallen die Sorten
nicht - das ist nur durch Teilung möglich. Und weil Lenzrosen
so langsam wachen, dauert es oft Jahre, bis eine Sorte dann für den
Handel vermehrt werden kann...
Helleborus orientalis rot
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Aktualisiert am 15.07.2010
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